Sattelkunde
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Auf den Sattel kommt es an

Allgemeine Grundlagen

 

 

„Der Sattel ist das wichtige Bindeglied zwischen Reiter und Pferd. Stimmt die Besattelung nicht, so kann das Ursache für viele Probleme sein.“

 

Drei wichtige Funktionen sollte ein Sattel erfüllen:

1. Er sollte den Pferderücken schützen und das Reitergewicht nicht punktuell auf eine kleine Fläche, sondern möglichst gleichmäßig auf eine größere Auflagefläche verteilen.

2. Er sollte dem Reiter im Dreipunkt beider Steigbügel und der Sitzfläche eine balancierte, dynamische und sichere Haltung ermöglichen.

3. Er sollte dem Reiter für eine feine und effektive „Hilfengebung“ die dressurmäßig korrekte funktionale und ausbalancierte Sitz-Positur ermöglichen.

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In der Reiterei haben sich zwei bewährte und verbreitete Sattelsysteme etabliert, jedes hat seine Vorzüge und Nachteile und seine zweckmäßigen Verwendungsschwerpunkte: Trachten und Pritschensättel. Folgend eine Bescheibung der Sattelfomen.

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Westernsättel mit Holz-Sattelbaum

Sattelkunde 1 kl
Sättel mit einem Trachten-Sattelbaum verteilen das Gewicht des Reiters auf dem Rücken des Pferdes flächig.

Ein Trachtenbaum ist aus stabilem Material (meist Holz), sollte ergonomisch optimal geformt sein und zur Rückenform des Pferdes passen. Die Rückenmuskulatur wird so vor zu großer, punktueller Druckbelastung geschützt. Das ist wichtig, da sie als Bewegungs­muskulatur nicht zum Tragen von punktuellem Gewicht geeignet ist. Dieses lastverteilende Sattelsystem ist seit Jahrhunderten bewährt. Westernsättel gehören in diese Kategorie. Sie sind zwar schwerer als konventionelle Sportsättel, doch durch die großflächige Gewichtsverteilung ist die punktuelle Druckbelastung dennoch deutlich geringer.

Die Trachten sind beim Westernsattel nicht bzw. kaum gepolstert. Deshalb muss ein Western­sattel immer mit einer entsprechend passenden und genügend dicken Unterlage oder Sattel­decke angepasst und benutzt werden. Je nach Sitzgröße und-form ist bei diesem System darauf zu achten, dass die Trachten die richtige Fromung (Schwung, Twist, Winkelung) hat und die hinteren Auflagebereiche nicht zu lang für den individuellen Pferderücken sind.

Siehe Artikel "Warum Trachten das Gewicht verteilen".

 

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Trachtenpolstersättel

 

Trachtenpolstersättel übertragen das Reitergewicht auf eine etwas kleinere Fläche als Westernsättel, verfügen aber in der Regel über eine immer noch gute Druckverteilung. So sind auch längere Ritte und ausgesessenes Reiten für das Pferd nicht mit zu punktueller Belastung verbunden. Druckspitzen werden besser ausgeglichen. Reiter, die „einige Kilo mehr“ in den Sattel bringen, können ihr Pferd durch die gleichmäßige Druckverteilung vor zu starker Rückenbelastung schützen.

Der millionenfach bewährte „Deutsche Militärsattel“ gehörte zu dieser Kategorie. Bei diesem Sattelsystem wird ein Holzbaum mit Polsterung verwendet.

 

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Pritschensättel

 

Als Pritschensättel werden die Sportsättel in den Variationen Dressur- Springen- oder Vielseitigkeit bezeichnet. Sie übertragen das Reitergewicht auf eine relativ kleine Auflagefläche im Bereich der Rückenmuskulatur. Bei Steigbügelbelastung überträgt sich die gesamte Reiterlast punktuell auf den vorderen Bereich. Eine Anpassung durch einen Fachmann und auch eine langfrsitige Betreuung ist hier notwendig, das diese gepolsterten Sättel regelmäßig nachgepolstert werden müssen.

Pritschensattel 1Der Pritschensattel hat in den letzten Jahren viele Änderungen erfahren, was die Kammeisen angeht aber auch die Form der Polsterungen, die teilweise aus modernsten Schäumen produziert werden. Auch das Gurtungssystem gibt es heute in funktional unterschiedlichen Ausführen.

Dressursättel sind für das Dressurreiten geeignet, Springsättel fürs Springen und Vielseitigkeitssättel für die Vielseitigkeit. Bei längeren Ritten, bei Reitern die schwerer als etwa 80 kg sind oder für Wander-und Geländereiten mit Gepäck üben sie jedoch eine starke punktuelle Druckbelastung auf die Rückenmuskulatur aus. Gut angepasst ist jeder Sattel optimal für seine Nutzung ausgelegt – dies sollte beachtet werden, um Schäden vorzubeugen.


Viele Dressurreiter, die regelmäßig auch über eine Stunde ins Gelände gehen, leisten sich für das Ausreiten einen Westernsattel, einen Westernsattel ohne Horn oder einen Endurance Sattel.


Bei Interesse an einem Dressur-, Spring- oder Vielseitigkeitssattel sollten Sie den entsprechenden Fachmann konsultieren.

 

| RK

 

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